Veränderungen brauchen Mut - Gedanken zum Internationalen Frauentag am 8. März 2020

Der Internationale Frauentag ist bedeutender denn je. Denn nicht überall in der Welt hat man dieselben Rechte als Frau wie Mann. Es hat sich zum Glück viel getan in Sachen Gleichberechtigung. Dennoch erleben Frauen häusliche Gewalt und Diskriminierung.Selbst in Deutschland verdienen Frauen nicht das selbe wie ihre männlichen Kollegen und das im 21. Jahrhundert!

 

Ich selbst habe zwei Töchter und einen Sohn. Alle drei Kinder haben die Möglichkeit, selbstbestimmt zu leben. Dies sollte ein Grundrecht sein, egal ob Frau oder Mann. Wie die Bundeskanzlerin in einem Interview sagte in Bezug auf Integration: „Wann ist man eigentlich integriert? Wäre es nicht an der Zeit, dass Herkunft und Hautfarbe keine Rolle mehr spielen würden?“ Das wünsche ich mir auch in Bezug auf das Geschlecht. Unsere Gesellschaft hat sich gewandelt, und es ist an der Zeit mit dem Wandel mitzugehen. Wäre es hierfür nicht schön, wenn schon Kinder erleben würden, wie Erwachsene respektvoll mitinander umgehen? Egal welche Herkunft man hat und ob es sich um Frauen oder Männer handelt.

 

Die Geschichte der Gleichberechtigung ist noch jung. Viele Frauen, die heute im Ruhestand sind, mussten in der damaligen Bundesrepublik Deutschland noch um Erlaubnis bitten, wenn sie arbeiten wollten. Für mich undenkbar. Was ich als gebürtige Ostdeutsche darüberhinaus unsagbar schätze, ist das Recht auf politische Mitbestimmung. Diese unterlag im Osten einer Zensur, was typisch für eine Diktatur ist. Umso mehr schätze ich meine heutige politische Wahlfreiheit und Mitbestimmung als Mensch.

 

Für mich ist heutzutage der Internationale Frauentag ein Tag, an dem mir bewusst ist, wieviel Mut Veränderungen brauchen. Was wäre die Welt beispielsweise heute ohne Frauen wie Hedwig Dohm? Sie gehört zu den wichtigsten Stimmen der Frauenbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts – und war aktiv als Journalistin, Publizistin sowie erfolgreiche Roman- und Theaterautorin. Auch im 21. Jahrhundert haben ihre Texte nichts an Frische, Schärfe und Eindeutigkeit verloren. Und leider auch nicht an Aktualität, denn viele ihrer politischen Forderungen sind noch immer nicht umgesetzt. ( Landeszentrale für politische Bildung, BW)

 

“Die Menschenrechte haben kein Geschlecht“
In "Die wissenschaftliche Emancipation der Frau" (1874) fordert Dohm nicht nur gleichberechtigte Bildung für Mädchen und Jungen, sondern auch die sexuelle Aufklärung junger Frauen und ihre Zulassung zum Medizinstudium. „Der Staat öffne – ohne Geld zu nehmen – alle Bildungsstätten von der Volkschule bis zur Universität und den Akademien allen, ausnahmslos alle (https://www.lpb-bw.de/september-2011-dohm)

Wieviel Mut brauchen Veränderungen? Wie beginnen große Veränderungen? Es liegt in unserer Natur als Mensch, dass wir uns lieber in sicheren Gewässern bewegen, in der Fachsprache Komfortzone genannt. Veränderungen müssen nicht immer radikal sein. Ich bin für die Kraft der kleinen Schritte. Veränderungen beginnen mit einer Entscheidung und einem ja, ich will. In Bezug auf den Internationalen Frauentag könnte es eine mutige Entscheidung sein, nicht zu schweigen, wenn man beispielweise mit Gewalt gegen Frauen konfrontiert wird. Auch kann man einen kleinen Schritt der Veränderung gehen, indem wir auf die eigenen Gedanken und unsere Sprache achten. Wie denkst du über dich? Meistenteils gut? Oder sprichst du oft hart zu dir? Veränderungen im Großen, wie weniger Gewalt, beginnt im Kleinen. Achten wir auf uns, reagieren wir angemessen im Außen. Gewaltfreie Kommunikation sollte zur Umgangsform werden. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass diese  Umgangsform schon im Kindergarten den Kleinen vermittelt wird und dann weiterführend in jeder Schule. Das wäre eine kleine Investition mit großer Wirkung. Denn Basis von Gelichberechtigung ist der respektvolle Umgang miteinander von kleinauf egal welches Geschelcht oder welcher Herkunft.

 

„Glaube nicht: es muss so sein, weil es nie anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte für sterile Gehirne. Schaffe Möglichkeiten.“ Dieses Zitat von Hedwig Dohm ist aktueller denn je und mit diesem und einer Frage an dich möchte ich abschließen und allen Frauen herzlich gratulieren anlässlich des 8. März! Was möchtest du für dich ändern?

 

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