Ausgangssperre in Versailles - Tag 12

Mich hat heute eine wunderbare Nachricht erreicht. Diese möchte ich mit Dir teilen. 

„Ich teile Deine Liebe zu alten Türen. Zum einen sind sie wunderschön und haben Jahrhunderte hinter sich. Wie viele Menschen sind durch sie hindurchgegangen? Wie ein Tor zur Sicherheit oder der Einlass für liebe Freunde.“ Lieben Dank an dieser Stelle an den Absender!

Beim Lesen dieser Zeilen tauchte in mir noch ein weiteres Bild auf. Erst wenn man durch eine Tür geht, weiß man was sich dahinter verbirgt. So ist es es oft auch mit neuen Möglichkeiten, die sich im Laufe eines Lebens ergeben. Die meisten Menschen lieben ihr Vertrautes. Das ist normal in unserer Natur als Mensch. Vertrautes gibt uns Sicherheit. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass ich belohnt wurde, wenn ich mich auf Neues einlassen konnte. Jeder Umzug unserer Familie war mit Abschiedsschmerz verbunden. Jedesmal verlässt man Liebgewonnenes, Menschen die wichtig geworden sind, Menschen die Freunde geworden sind. Jeder Umzug bedeutete für uns viel organisatorischen Aufwand. Jeder Umzug war auch ein Neuanfang. Ein Neuanfang in einer neuen Wohnumgebung mit unbekannten Nachbarn. Ich fand es immer wieder erstaunlich, wie facettenreich die Traditionen, Mentalitäten und Dialekte in den jeweiligen Regionen sind. Ich erinnere mich an meine damalige Arbeit in einem Stuttgarter Krankenhaus. Eine Kollegin bat mich um folgendes: „Susann bitte hol doch mal Kutterschaufel und Kehrwisch!“ Ich stand da und starrte sie verständnislos an. „Kutterschaufel und Kehrwisch? Was sollte das sein?" Die Kollegin lachte und übersetzte: Besen und Schaufel. Das habe ich nie vergessen.

Den Blick aufs Schöne bewahren

Es gibt Tage, an denen fällt es schwerer und an manchen Tagen ist es ganz leicht, die vielen kleinen schönen Dinge zu sehen und zu genießen. Früher habe ich mich über mich selbst geärgert, wenn ich, obwohl es keinen Grund zur Klage gab, mich nicht so gut gefühlt habe. Heute und dafür musste ich 50 Jahre alt werden, kann ich solche Tage annehmen. Ich schalte dann einen Gang runter. Ich erlaube mir, Mensch zu sein. Wenn ich von Glück spreche, geht es mir nicht darum, dauergrinsend und immer voll gut drauf durch den Tag zu gehen. Das wäre unnatürlich. Der Alltag ist jedoch lebenswerter, wenn man eine optimistische Grundhaltung hat. Ich meine damit, dass man vom Gelingen ausgeht und nach Lösungen sucht, anstatt die Schuldfrage permanent versucht warmzuhalten.

Auch heute bin ich wieder mit meinem „Omi-Wägelchen“ unterwegs. Ob ich dieses zu Hause benutzen würde? Hier sieht man junge und alte Menschen mit einem „Wägelchen“. Es ist praktisch, denn nicht Jeder hat ein Fahrrad oder Auto. Meine Familie machte zunächst Witze als ich mit dem rollenden Gefährt nach Hause kam. Das ist vorbei. Alle nutzen ihn. Man kann unglaublich viel damit transportieren. Sogar den Tannenbaum! Diese gibt es hier auf dem Blumenmarkt inklusive Holzständer. Das finde ich eine tolle Idee. Gut, aufgrund der kleineren Wohnräume sind die Bäume hier kleiner. Wir haben jedenfalls kein Transportproblem gehabt, dank „Wägelchen“. 

Irgendetwas war heute anders. Zunächst wusste ich nicht was. Die Sonne schien wärmer, aber das war es nicht. Waren mehr Autos unterwegs? Nein. Und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich sah viele Menschen mit Masken. Junge und Ältere. Ich blickte in verschiedenste Modelle: ganz simplen, selbstgemachte bis hochwertigen Mundschutz. Die Angst nimmt zu. Auch wir haben über das Tragen von Mundschutz diskutiert. Wir sind nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, noch halten wir uns in Menschengruppen auf. Allen denen wir begegnen halten Abstand. Da wir auch nicht gesundheitlich vorbelastet sind und uns nicht angeschlagen fühlen, werden wir von dieser Schutzmaßnahme keinen Gebrauch machen. Anzumerken an dieser Stelle ist, dass nur qualitativ hochwertiger Mundschutz wirklich sinnvoll ist. Es sei denn man betrachtet ihn als Abschreckung „ uneinsichtiger aufdringlicher“ Mitmenschen. Dann hat man einen psychologisch erreichten Abstand.

 

Das Wochenende steht vor der Tür. Was hast Du geplant oder worauf freust Du Dich? Ich freue mich darauf, den Tisch wieder zu verkleinern und unser „Großraumbüro“ in ein Wohnzimmer umzuwandeln. Am Wochenende werde ich bekocht. Darauf freue ich mich auch. Ich koche leidenschaftlich gern, doch es ist wunderbar, sich an gedeckten Tisch zu setzen und auch einmal verwöhnt zu werden. Vielleicht gelingt es mir auch, noch mehr zur Ruhe zu kommen. 

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