Ausgangssperre in Versailles - Tag 13

Heute vor drei Monaten hatte ich Geburtstag. Meinen 50. Ein halbes Jahrhundert jung. Was hat das mit mir gemacht? Mir ist noch bewusster geworden, wie kurz unsere Lebenszeit wirklich ist. Wie oft habe ich meine mit Unwichtigem verschwendet. Doch war es wirklich Verschwendung? Es ist für mich so wichtig, die Vergangenheit nicht mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen von heute zu beurteilen und mich selbst zu verurteilen. Manchmal fällt das schwer. Ich habe es nicht so mit Geduld. Das ist für mich eine große Herausforderung, geduldig zu sein. Mit mir selbst und mit meinen Liebsten. Ich neige eher dazu: „Lieber Gott, bitte schenke mir Geduld, aber ziemlich zackig.“ Ich übe mich immer wieder im Geduldigsein und es wird leichter. Das Bewusstsein der Begrenzung lässt mich achtsamer werden. Was ist wirklich wichtig? Was ist heute wichtig? Diese Fragen stelle ich mir mit 50 Jahren öfters.

Dankbarkeit

Auch wir wissen von der Not in den Vororten von Paris, den Banlieus. Es sind Orte, die Dir immer wieder vor Augen führen, wie gut es Dir selbst geht. Es sind Orte, die ich meide oder schnell hinter mir lasse. Orte, die es so nicht geben sollte. Orte, die Menschen prägen. Menschen am Rande der Gesellschaft. Menschen, die aufgrund ihres Wohnortes und ihrer sozialen Herkunft kaum eine Chance auf ein besseres Leben haben. Es gibt sie überall auf der Welt, Menschen die keine Chance haben. Menschen die von der Hand in den Mund leben, wie auch in Indien. Es trifft die sozial Schwachen am meisten in diesen außergewöhnlichen Zeiten. Ich habe tiefes Mitgefühl mit diesen Menschen. Ich träume weiter von einer besseren Welt, auch wenn ich vielleicht belächelt werde. Energie folgt der Aufmerksamkeit ...

Und so blicke ich voller Dankbarkeit in den Park von Versailles. Ich erlebe eine Begrenzung meiner Bewegungsfreiheit und weiß, dass diese eines Tages aufgehoben wird. Danke.

Ich kenne Menschen, die das Gefühl von Dankbarkeit nicht mehr kennen. Es ist verschüttet. Diese Menschen haben oftmals den Zugang zu sich selbst verloren, hatten vielleicht auch nie einen, oder haben etwas Schlimmes, Traumatisches erlebt. Doch es ist wunderbar, wenn ich erlebe, wie diese Menschen sich positiv verändern, und wenn sie Hilfe annehmen können. 

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