Ausgangssperre in Versailles - Tag 15

Heute ist es passiert. Ich habe das Gefühl von Raum und Zeit verloren. Die Umstellung auf Sommerzeit zu verpassen, ist nachvollziehbar. Doch am Mittag von seinem Sohn angesprochen zu werden: „ Mami, wie siehst Du denn aus?“ Ist peinlich, aber auch lustig. Bei der Frage blicke ich an mir herunter und lache laut los. Ich stehe im Nachtgewand mit einer übergezogenen Strickjacke im Wohnzimmer, welches, es ist ja heute Montag, wieder zum „Großraumbüro“ umfunktioniert worden ist. Nicht, dass ich bis jetzt getrödelt hätte. Nein, nach meiner Morgenmeditation wollte ich zum Joggen gehen und habe es glatt vergessen. Nur 'ganz kurz' war die Beantwortung einer dringenden Email geplant, die ich zuvor auf dem Handy gelesen habe. Doch aus dem 'ganz kurz', wurden einige Stunden. Positiv betrachtet war ich im Flow. Wenn wir im so genannten Flow sind, vergessen wir bei einer Tätigkeit die Zeit um uns herum. Im "Fluss" sind wir, dem  Flow-Zustand, den der Wissenschaftler Mihály Csíkszentmihályi 1975 beschrieb, wenn wir in Balance sind zwischen Langeweile und Angst.  Unterfordert uns eine Aufgabe, sind wir nicht interessiert und langweilen uns. Bei Überforderung hält uns Angst vom Flow ab. Haben wir die Balance zwischen Unterforderung und Angst schütten wir kontinuierlich Glückshormone aus und haben so Spaß an dem, was wir tun.

Einen Montagsflow zu erleben ist gar nicht so übel, egal in welchem Outfit. Zum Glück hatte ich kein Online - Coaching. So hat mich „nur“ meine Familie in meinem Schlabberlook gesehen.

 

Online

Es gibt eine Vielzahl an Online - Angeboten, nicht nur Online - Shoppen. Wie geht es Dir damit? Ich brauchte ein bisschen Zeit, mich daran zu gewöhnen. Sicher, ein wirkliches Treffen von Mensch zu Mensch ist mir viel lieber. Doch ich schätze die Möglichkeit sehr, online mit meiner Familie, Freunden, Kollegen und Klienten in Verbindung bleiben zu können. So wird das Leben und Arbeiten in zwei Ländern erleichtert. Wir leben in einer Zeit, in der Mobilität eine ganz andere Bedeutung hat und wenn man offen für Neues bleibt, dann ist das „Neue“ auch keine Bedrohung oder eine Sache, die man zynisch mit den Worten belächelt: „Früher war alles besser.“

Wenn ich, wieder einmal (!) zurückblicke, fasse ich folgendes von „Früher“ bezüglich der privaten Kommunikationsmöglichkeiten zusammen. Ich bin ohne Telefon aufgewachsen. In der ehemaligen DDR hatte nicht jede Familie diese Möglichkeit. Man nutze für Telefongespräche noch eine Telefonzelle. Vielleicht entsteht bei dir jetzt ein Bild einer nostalgischen roten Telefonzelle, wie es sie in London gibt. Oh nein, so sahen die ostdeutschen Kommunikationszellen nicht aus. Sie waren einfache Glaskästen, in denen es zugig war und man Münzen einwarf und es noch eine Wählscheibe gab. Man konnte beim Wählen der Telefonnummer das Klicken hören und oftmals war ein starkes Rauschen zu hören. Scherzhaft sagte man, der Feind höre mit. Man hatte die Möglichkeit, Postkarten und Briefe oder auch ein Telegramm zu schreiben. Letzteres war etwas ganz besonderes.

Die Telefonapparate wurden im Laufe der Jahre immer kleiner und kompakter. Das Handy ist auch für mich nicht mehr wegzudenken. Niemals hätte ich mir früher vorstellen können, dass man sich beim Telefonieren einmal sehen kann oder dass man anstatt in einem Lexikon im Internet nach Informationen sucht. Science Fiction ist heute Realität. Mal sehen, welche technischen Veränderungen ich noch miterleben darf.

 

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