Ausgangssperre in Versailles - Tag 17

Wurdest Du heute auf den Arm genommen? Wir haben das verpasst. Was ich nicht verpasst habe, auf den Kalender zu schauen. Ich habe mich darüber gefreut. Sicher willst Du wissen, warum ich mich über den Mittwoch als Wochentag gefreut habe. Heute gab es eine kleine Abwechslung in unserem Alltag. Es gab Blumen zu kaufen! Ich habe eine Tradition von zu Hause übernommen. Normalerweise gönne ich mir einmal wöchentlich einen Miniblumenstrauß oder eine einzelne Blüte vom Wochenmarkt. Die Verkäuferin kennt mich schon. Als junges Mädchen hatte ich nicht viel Verständnis für Schnittblumen, da diese doch eh nur verblühen würden. Ich schmunzle über mich. 

Die Auswahl war heute sehr spärlich. Dafür sah ich im Außen ein Meer an Blütenvielfalt und in meiner Erinnerung den Blumenmarkt von Versailles vor mir. Gut gelaunt begann mein erster Tag im neuen Monat. Was wird er bringen?

Sicher kennst Du auch das Sprichwort: „April April, der weiß nicht was er will.“ Unweigerlich denke ich über mich selbst nach. Oftmals wusste auch ich in der Vergangenheit nicht so genau, was ich wollte. Die vielen Möglichkeiten, die sich mir nach dem Mauerfall eröffneten, überforderten mich. Auch heutzutage fühlen sich viele Menschen, insbesondere Jugendliche, von den Möglichkeiten, die sie in einer globalen Welt haben, oftmals überfordert. Diese Überforderung kann ich gut nachempfinden. Man hat gefühlt 1000 Möglichkeiten. Mit einer Entscheidung für etwas, entscheidet man sich automatisch gegen eine andere Option. Keine Auswahl zu haben wäre auch keine Alternative. Aus diesem Grund brauchen junge Menschen die Möglichkeit sich auszuprobieren, wenn sie noch keine genaue Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft haben. Dies können sie beispielsweise im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres nach dem erreichten Schulabschluss.

 

Der Wetterbericht prophezeit, dass es im April kontinuierlich wärmer werden wird. Somit weiß der April in diesem Jahr sehr genau, was er will.

Veränderte Verkehrslage

Das schöne Wetter lockte die Versailler auf die Straßen. Straßen, auf denen während der Rush Hour sonst morgens und abends Fahrzeuge dicht an dicht fuhren, joggten nun junge Leute auf der Straße. Kinder spielten auf den Gehwegen und machten immer Platz, wenn ein Passant vorbei kam. Senioren genossen die Sonne auf den Bänken, die vereinzelt den Gehweg säumen. Man blieb stehen und unterhielt sich. Alles mit Abstand und Herz.

 

Wir erleben den Lockdown verschärfter als in Deutschland und doch leben wir komfortabel. Wir haben ein Zuhause. Etwas, das leider nicht für alle eine Selbstverständlichkeit ist. Als ich heute in einem CNN - Artikel über die Evakuierung einer Obdachlosenunterkunft in Las Vegas gelesen habe, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Für die Betroffenen wurden auf einem Parkplatz auf dem Asphalt markierte Schutzzonen geschaffen, ähnlich zu Parkplätzen für Fahrzeuge, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. 

In einem der reichsten Länder der Welt, in einer Stadt verlassener Hotels, Las Vegas (!), wurde keine andere Lösung gefunden. Ich war sprachlos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: https://twitter.com/Manda_like_wine/status/1244602911084154880

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