Ausgangssperre in Versailles - Tag 40

Heute hatte ich ein echtes Mittags - Motivationstief. Null Lust auf nichts. Am Liebsten, was wollte ich eigentlich stattdessen? Tanzen! Tanzen ist immer gut. Und so kam es, dass ich um 14 Uhr mit meiner Lieblingsmusik durch die Küche tanzte. Kopfhörer rein, Augen zu und tanzen. Eigentlich wäre das auch eine coole Idee für den beruflichen Alltag außerhalb des Homeoffice, irgendwann nach Corona. Ruhe-Inseln hingegen gibt es schon in manchen Unternehmen. Eine Kurzentspannung kann Wunder bewirken. Auch das fände ich super. Wenn keine Räumlichkeiten vorhanden sind, könnte man doch Massageliegen in den Büroräumen verteilen. Ich habe in solch einem Relaxingsessel während eines Messebesuches in Köln probegesessen. Das war wirklich entspannend. Doch von Kurzpartys während der Arbeitszeit habe ich noch nichts gehört. Beim Tanzen kommen Erinnerungen an meine Besuche in der Ferien bei meinen Großeltern. Jeden Freitagabend tanzten Oma und Opa Englischen Walzer, wenn die Musik passte, die aus dem Radio von Bayern1 zu hören war. Ich sehe die Beiden vor mir. Opa stimmte sich durch Mitzählen ein, um den richtigen Takt zu treffen. Oma war manchmal etwas ungeduldig, positiv formuliert temperamentvoll. Es war ihr anzusehen, wie sie sich bemühte, geduldig zu bleiben. Der kleine Eßbereich bot kaum Platz für eine Tanzfläche. Hier war gerade Platz für einen runden ausziehbaren Tisch mit Eckbank und einem Beistellschrank, auf dem das Radio stand. Bei meinen Großeltern war immer viel los, solange Oma noch Kränze für die Dorfbewohner band. Sie war gelernte Blumenbinderin und liebte ihren Beruf. So gern wäre sie ihn auch neben den Verpflichtungen des Familienalltages nachgegangen. Sie fand einen Kompromiss. Wenn Beerdigungen anstanden, wurde der Bereich hinter der Küche zur Bindestube. Ich erinnere mich daran, dass häufig die Trauernden eigentlich nur die Bestellung aufgeben wollten. Sie kamen mit hängenden Schultern. Der Schmerz war auf den Gesichtern zu lesen. Doch da war die Ofenbank direkt am Kachelofen. Dort wurde eine Pause eingelegt und diese dauerte oft sehr, sehr lange. Die Menschen blieben sitzen, redeten und weinten. Meine Oma ging ihrer Arbeit nach und wickelte wie von selbst das Tannengrün um die  Kranzvorlage. Irgendwann hörte man dann Lachen. In der „Bindestube“ wurden die Sorgen und schönen Erinnerungen geteilt. Noch heute rieche ich den Duft von frischem Grün und bin sehr dankbar für meine Erinnerungen. 

Unsere Familie feierte viel. Bei jedem Geburtstag kam man zusammen. Dann wurde zusammen gegessen und irgendwann gesungen und geschunkelt zur Akkordeon-Begleitung, welches mein Vater spielte. Wurde getanzt? Nicht immer, aber immer zu runden Geburtstagen. Da kamen dann noch mehr Verwandte. 

Auch ich feiere gern. Ich hatte mir für diese Jahr fest vorgenommen, einmal im Monat das Tanzbein zu schwingen. Das Jahr fing gut an. Jetzt tanze ich in der Küche und vielleicht gibt es einen Tanz in den Mai in unserem Wohnzimmer.

Abschließend möchte ich dich am heutigen Good News - Friday auf eine wirklich wohltuende Meditation von Birgit Lütkehölter aufmerksam machen. Diese findest du hier: https://www.youtube.com/watch?v=2e0cPDKj-rI&feature=youtu.be&app=desktop

 

Ich wünsche dir und deinen Lieben von Herzen ein schönes Wochenende mit viel Zeit für dich und miteinander.

Herzlichst, Susann

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