Neue Freiheit - Tag 1

"New Step - Monday",  ja das war er in der Tat. Nach 56 Tagen durften wir heute einfach so los. Wir mussten kein Dokument ausfüllen mit Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Adresse und wann und warum wir rausgehen. Das war eine riesengroße Freude für mich. Ein Rückgewinn persönlicher Freiheit. Juhu! Es fühlt sich jedoch noch immer alles unwahr an, die gesamte Situation. 

Hatte der Gewitterregen alles rund um „C“ weggespült? Man könnte es fast denken. Denn mit einem Male schien es, als hätte es Kinder und Jugendliche „geregnet“. Überall war Lachen zu hören. Alle schienen genau wie wir erleichtert zu sein. Das tröstete auch darüber hinweg, dass der Park noch immer geschlossen war. Man lässt es langsam angehen. Voller Freude realisierte ich, dass morgen der Markt öffnen würde. Die Marktstände standen schon an ihrem Platz. Das kann man sich kaum vorstellen, wie schön diese Vorfreude nach all den Wochen der Gleichförmigkeit war.

Unsere Nachbarn, die die Wochen auf dem Land verbrachten, kehrten am Wochenende zurück. Die kleine Marie, 2 Jahre alt, winkte mir zu. Endlich konnte sie wieder ihren Papa sehen. Alle waren glücklich und berührt. Es ist nicht selbstverständlich, als Familie jeden Tag zusammenzuleben. An Tagen wie diesen, dem letzten Sonntag im Lockdown, wurde mir das wieder einmal bewusst. 

Ich habe mir für diese Woche nichts besonderes vorgenommen, denn das Besondere wird sein, sich in den neuen Alltag einzuleben mit all den Eindrücken, dem höheren Geräuschpegel und den vielen Menschen.

Unser internationales Großraumbüro wird weiter genutzt. Vieles ist noch ungewiss. So auch die Frage, wann wir nach Hause fahren dürfen, ohne in Quarantäne zu müssen in Deutschland oder dann in Frankreich, wenn wir wieder zurückfahren. Ich übe mich in Geduld. Die Gewissheit, dass wir die längste Zeit geduldig sein mussten, macht es etwas leichter. Rückblickend habe ich in den letzten Wochen tatsächlich meine Kompetenz „Geduld“ ausgebaut. 

Blickwinkel ändern

Gestern wurde Muttertag gefeiert. Früher stand ich diesem Tag kritisch gegenüber. Ich verband damit negative Assoziationen zum Dritten Reich. Während dieser Zeit wurde der Muttertag instrumentalisiert. Ich wurde gestern so liebevoll überrascht, dass ich tatsächlich über diese Tradition recherchierte. Wusstest du, dass schon im 13. Jahrhundert in England, also im Mittelalter, Muttertag gefeiert wurde? Allerdings war hier die Bedeutung der Mutter eher sekundär. Es war Knechten und Mägden erlaubt, nach Hause zu ihren Taufkirchen zu fahren und die Mutterkirche gemeinsam mit der Familie zu ehren. 

Napoleon wollte Anfang des 19. Jahrhunderts einen Tag zu Ehren der Mütter einführen, doch sein Regime wurde gestürzt und das Vorhaben nicht umgesetzt. Die Vertreterin der Frauenbewegung Julia Ward wollte 1872 in Amerika Mütter ehren. Doch erst Anna Jarvis, ebenfalls amerikanische Frauenrechtlerin, gelang es, dieses Vorhaben umzusetzen. 1914 wurde der Muttertag in den USA national anerkannt.

„England zog nach und ließ auch dort den "Mothering Day", also den Muttertag, wieder aufleben. Darauf folgte 1917 die Schweiz, 1918 Norwegen, 1919 Schweden, 1922 Deutschland und 1924 schließlich Österreich. Der Muttertag entwickelte sich mehr und mehr zu einem Fest der Geschenke. Viele Unternehmer und Verkäufer witterten das große Geschäft. Diese Entwicklung hatte Anna Jarvis nicht bezweckt. Zwar hatte der Ehrentag auch international großen Zuspruch gefunden, die eigentliche Botschaft ging jedoch mehr und mehr verloren. Die verärgerte Jarvis zog sogar vor Gericht, um den Muttertag verbieten zu lassen. Doch sie verlor. Jarvis hatte als Datum den Todestag ihrer Mutter gewählt - am 9. Mai 1905 starb ihre Mutter Marie Reeves Jarvis. Diese setzte sich zu Lebzeiten für den Frieden ein und sorgte dafür, dass die schlechten hygienischen Verhältnisse zur damaligen Zeit verbessert wurden, die für die hohe Kindersterblichkeit verantwortlich waren. Anna Jarvis wollte mit dem Feiertag zu Ehren der Mütter die Leistungen ihrer Mutter unvergessen machen und mehr Rechte für Frauen durchsetzen.„ (https://www.helles-koepfchen.de/geschichte_des_muttertags.html)

Seit vielen Jahren werden Mütter geehrt und mit Blumen verwöhnt. Im Grunde ist es doch eine schöne Tradition. Ich dachte zuerst über einen „Elterntag“ nach, doch was wäre dann mit all den alleinerziehenden Müttern? Ich gab mich „geschlagen“ und genoß es einfach zu chillen, mich um nichts kümmern zu müssen und am meisten über die lieben Worte der Kinder. Wie schön ist es doch, wenn man nicht stur an Altem festhält. Ich lächle und freue mich über mich.

Wie lange werde ich noch Tagebuch schreiben? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Im Moment fühlt es sich noch richtig und gut an. Ich halte dich auf dem Laufendem und wünsche dir für deinen kleinen Schritt, einfach mal etwas Neues auszuprobieren, Kreativität und Freude. Falls dir nichts einfällt, was durchaus auch der Fall sein könnte, könntest du einfach mal versuchen, auf einem Bein zu stehen wie ein Baum. Am Anfang ist das wackelig. Doch es wird stabiler, wenn du es immer wieder probierst. Stehen wie ein Baum mit starken Wurzeln - das stärkt deine Balance und Konzentration.

Liebe Grüße, Susann

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