Neue Freiheit PLUS-Tag 1

Das Wetter meint es gut mit uns. Wenn ich auf die letzten Tage zurückblicke, hatten wir ausschließlich Sonnenschein und blauen Himmel.

Am Samstag entschieden wir uns, morgens nach Paris zu fahren. Ich war fast ein bisschen aufgeregt. Wie wird es in der Stadt der Liebe sein ohne Touristen? Unsere 30-minütige Fahrt war staufrei und ich bemerkte am Ufer der Seine eine große Veränderung. 

Es waren mehr Fahrräder als Autos unterwegs! Ich fand das prima und dann sah ich in der Ferne den Eiffelturm. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Warum eigentlich? Es ist doch nur ein Bauwerk, dachte die eine Stimme in mir und die andere antwortete: „Was wäre aber Paris ohne dieses imposante Bauwerk?“ Mein innerer Kritiker „Hermann“ bekommt wirklich nicht genug. Er will eben auch gehört werden. Er mag es nicht, wenn ich ihn nicht beachte. Dann wird er immer lauter. Wir kommen ganz gut miteinander klar, wenn ich ihm kurz seine Bühne überlasse - und sei es mit einem Augenzwinkern meinerseits.  Wir parkten nur wenige Gehminuten vom Eiffelturm entfernt. So hatte ich die Stadt in ihrem Zentrum noch nie erlebt. Es waren kaum Menschen unterwegs. Gut, das mochte daran liegen, dass es noch recht früh am Tag war. Ein paar Jogger, Hundeliebhaber, die ihre Vierbeiner spazieren führten und ein paar vereinzelte Familien waren mit uns unterwegs. An Stellen, wo sich sonst fliegende Händler und Touristen tummelten, war nichts los. Die Restaurants waren noch geschlossen, wurden jedoch geputzt und auf die Öffnung vorbereitet. Ab heute darf man unter freiem Himmel wieder Espresso genießen oder etwas Leckeres für den Magen bestellen und in ganz Frankreich frei reisen:)

Wir schlenderten Richtung Seine unter alten Linden, die stark dufteten, und dann waren wir ganz nahe am Eiffelturm. Ich genoß die Ruhe und den kühlen Schatten, den die Bäume spendeten. Nun habe ich schon so viele Fotos aus verschiedenen Perspektiven vom Eiffelturm gemacht und habe noch immer Freude daran, weitere Momente einzufangen, die ich gerne mit dir teile. Unsere Schlendertour führte uns am Triumphbogen vorbei zu den Champs-Élysées. Langsam füllten sich die Straßen ein wenig mit Passanten. Wir gönnten uns ein Sandwich mit einem frischen Espresso in einer Boulangerie. Es gab Sitzplätze mit Blick nach draußen und dem vorgeschriebenen Abstand. War es, weil ich gefühlt eine Ewigkeit lang keinen Espresso mehr getrunken hatte, oder war es einfach Einbildung? Egal, der erste Espresso nach dem Lockdown schmeckte besonders lecker. Meine Blicke nahmen Altvertrautes wahr. Gut gekleidete Frauen, die durch die Straßen gingen in Schuhen, in denen ich keine zwei Schritte gehen könnte. Ich bewundere das, denn es sieht toll aus, auch wenn es auf Dauer vielleicht ungesund ist, in hohen Schuhen zu laufen. Die Männer lieben Sonnenbrillen. Auch sie sind schick gekleidet und man könnte meinen, man wäre im Urlaub. Hatte sich in der Stadt etwas verändert? Nein, bis auf dass mehr Uber-Fahrer mit Lieferungen unterwegs waren. Ein Fahrer fuhr auf seinem Roller wie von Magie gelenkt. Er fuhr von alleine. So sah es jedenfalls aus, denn er bediente gleichzeitig in voller Aufmerksamkeit sein Handy.

Krisen meistern

Dann fiel mir doch etwas auf; es waren nicht mehr so viele Polizisten und schwer bewaffnete Soldaten unterwegs. Und es war ein Samstag ohne die Gilets Jaunes, den Gelbwestenträgern. Paris hat im Rückblick seit 2015 einige Krisen erlebt: die Terrorattentate, die Streiks, Krawalle, den Brand des Notre Dame, und nun zuletzt die Corona-Krise. Trotzdem hatte und habe ich nie das Gefühl, dass die Menschen ihre positive Gelassenheit verlieren. Viele Franzosen glauben daran, dass die „C-Krise“ vorüber sei. Sie freuen sich auf Normalität. Wir alle werden immer wieder Krisen erleben, die uns herausfordern. „C“ ist ein Virus, das sich zu einer Herausforderung für alle Menschen entwickelt hat. Noch nie habe ich erlebt, wie Menschen weltweit unterschiedlich reagieren. Wie wir Menschen psychologisch mit Krisen umgehen, ist unterschiedlich. Einen möglichen Zyklus, vom  Überlebensmodus zum Wachstumsmodus, beschrieben Dr. Judith Mangelsdorf & Nicole Dargent in ihrem kostenfreien Weiterbildungsangebot „Wir schaffen das! Mindset in der Wachstumszone".

Zunächst  ist da der Schock, Phase 1.In diesem Moment sind wir handlungsunfähig. Wir sind betroffen und denken „Das kann doch nicht wahr sein.“  Danach folgt die Phase (2) der Verleumdung mit Gedanken, wie „Mich wird es nicht betreffen.“ gefolgt von der Phase (3) der Frustration mit “ Ich will das nicht.“ In Phase 4, der Verzweiflung, brauchen wir insbesondere Menschen, die uns mitfühlend zuhören. Erst wenn wir diese Phase durchlebt haben, sind wir offen für den Gedanken „Es könnte eine Lösung geben.“ (Phase 5) Im Anschluss folgt Phase 6, die Entscheidung: „Ich werde Schritte hin zu einer Lösung unternehmen.“. Wenn wir dann erste neue Schritte gegangen sind, spricht man von Phase 7 , der Integration:  „Ich weiß mit der Situation umzugehen.“ Wir können aus Krisen gestärkt hervorgehen, wenn wir auch wahrnehmen und wertschätzen, dass wir Lösungen gesucht und gefunden haben, achtsam mit uns umgehen und soziale Unterstützung annehmen oder auch andere unterstützen.

Selbstständige haben diese Phasen unterschiedlich lang erlebt. Viele hatten vielleicht keine seelische Unterstützung und haben die Selbstständigkeit über Bord geworfen, sicher auch aus Existenzgründen. Viele mussten neue Wege gehen und haben Neues gewagt, wie viele Bildungsträger, die online Angebote entwickelten oder auch Restaurants und Geschäfte, die den Lockdown mit Lieferservice überbrückten. Nun könnten die Pessimisten unter uns dagegen halten, dass ja nicht jeder die Möglichkeiten hatte und dem kann auch ich nur zustimmen. Mir geht es jedoch darum, dass wir nicht zwangsläufig an Krisen mental zerbrechen müssen. Eine optimistische Grundhaltung bedeutet nicht, das Leben durch die rosarote Brille zu betrachten und Negatives zu bagatellisieren. Nein, darum geht es nicht. Vielmehr geht es darum, handlungsfähig zu bleiben. Damit haben leider viele Menschen keine Erfahrung und doch ist die positive Botschaft eine hoffnungsvolle: selbst Pessimisten können lernen, optimistischer durchs Leben zu gehen. Hierfür sei ausdrücklich angemerkt, Abstand von berauschenden Mitteln zu nehmen. Stattdessen empfehle ich dir, umgib dich mit positiv denkenden Menschen, entdecke im Alltag das Schöne, genieße und träume. Entdecke deine Stärken und den Zweck deiner Existenz, wie es so schön im Buch „Das Café am Rande der Welt“ beschrieben wird. Beginne deine persönliche Reise zum Glück jetzt.

 

Herzliche Grüße, Susann

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