Mein Leben in Versailles und Rheinbach

Ich bin seit einer Woche wieder zurück aus Deutschland. Im Gepäck sind viele wunderbare Begegnungen, aber auch traurige Nachrichten, die etwas Zeit kosteten, um sie emotional zu verarbeiten. So war meine Reise, wie das Leben ist, und im Leben ist es wie mit dem Wetter: Sonne und Wolken wechseln sich ab. 

So war es dann tatsächlich am Wochenende ein Auf und Ab: wenn die Sonne schien, war es sehr warm, doch wenn Wolken kamen wurde es merklich kühl. Wir waren im Schlosspark spazieren. Zum Glück mit Regenschirmen ausgestattet, als uns ein heftiger Regenschauer überraschte. Wir suchten Schutz unter den Linden, denn es schien, als würde der Himmel sich entladen. Ich beobachtete das Naturschauspiel. Die Bäume schienen sich regelrecht zu bedanken für das erfrischende Nass. Viele von ihnen hatten stark gelitten unter der extremen Hitze in den vergangenen Wochen. 

Wie ich da stand und dem Regen zuschaute, hatte ich das Gefühl, die Bäume würden sich freuen. Ich freute mich mit ihnen und kam mir vor wie ein Kind, wie ich da so stand unter meinem Regenschirm mit meinen Gedanken. Ich lächelte und genoß die wohltuende Frische. Bevor es ungemütlich wurde, hörte der Regen auf. 

Die Sonne erschien wie auf Knopfdruck und jetzt tanzten die Lichter im frischen Nass. Die Natur kennt unseren Stress wegen „C“ nicht. Hier ist alles wie immer. Der Herbst kündigt sich an. Die Natur folgt ihrem Rhythmus. Ich sehne mich nach Normalität. Doch was ist normal? Ein bisschen mehr könnte es wie früher sein. Das wäre schön. Jetzt schreibe ich wie eine alte Dame und schmunzle über mich. Vielleicht bin ich ja eine;)? Nein, ich bin eine Frau, der es nicht so leicht fällt, mit den ständigen Veränderungen und Ungewissheiten umzugehen. Ich wünschte mir insbesondere mehr Planungssicherheit. 

Wir leben im Risikogebiet. Ich merke davon nichts. Wenn ich keine Nachrichten hören würde, würde ich es nicht merken. Es ist wie vor einem Jahr. Die Familien kehren aus dem Urlaub zurück, denn die Schule beginnt. Ich freue mich, wieder Klaviermusik zu hören, denn der Nachbarsjunge übt. Marie über uns ist zurück. Ich höre ihre kleinen schnellen Schritte und ihr Jauchzen. Marie ist drei Jahre alt. Ihre Eltern sind etwas aufgeregt, denn Marie kommt in die Schule. Ich dachte zunächst, dass ich mich verhört hätte, nein, es ist normal in Frankreich so früh zur Schule zu gehen. Unglaublich was die Lehrer hier leisten: eine Lehrerin und eine Erzieherin betreuen 28 Kinder im Alter von drei Jahren den ganzen Tag! 

Ob ich am Wochenende nach Deutschland fahren kann, weiß ich noch nicht. Im Moment wäre das kompliziert, denn ich müsste einen „C“- Test machen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. So ist die Bestimmung heute, wie es übermorgen sein wird, ist ungewiss. Ich übe mich im Abwarten und flexibel bleiben. Im Grunde ist ja eine Reise nie sicher. Man plant und doch kann immer etwas dazwischen kommen. Ich versuche, es locker anzugehen. 

Bewusster Genuss

Wann hast du zum letzten Mal bewusst genossen - deine Tasse Kaffee am Morgen oder wie ich den Regen im Park? Wenn wir immer einmal im Alltag innehalten und bewusst aus dem Modus "Funktionieren" aussteigen, erleben wir in diesen Momenten Glücksgefühle und stärken damit unser Immunsystem und unsere mentale Gesundheit. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist das besonders wichtig. Schnell kann es passieren, dass wir das Gefühl haben, um uns herum gerät alles aus den Fugen. Energie folgt der Aufmerksamkeit; richte ich meine Aufmerksamkeit auf die negativen Nachrichten, habe ich sehr schnell das Gefühl, dass die Welt um mich herum schlecht ist. Die Welt war und ist immer schön und schlecht zugleich. Wir entscheiden, worauf wir unseren Fokus richten. Mir fällt die Metapher der zwei Wölfe ein:

 

Abends am Lagerfeuer erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn von einem Kampf. Einem Kampf der im Inneren von uns Menschen tobt.

Er sagte: «Mein Sohn, dieser Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.»

Der eine Wolf ist böse.

Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

Der andere Wolf ist gut.

Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.

Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach, und fragte dann: «Und welcher der beiden Wölfe gewinnt den Kampf?»

Der alte Cherokee antwortete: «Der, den du fütterst.»

Kleine Pausen bewusst genießen

Mir hat ein Klient erzählt, dass er beim Meditieren nicht voran käme. Er war von sich enttäuscht, denn er konnte seine Gedanken nicht abschalten. Ich fragte ihn, wie er meditiere und er antwortete, dass er sich auf den Atem fokussiere für 30 Minuten. Es gelinge ihm gerade einmal für eine Minute gedankenfrei zu sein. Meditation braucht Übung und ich ermutigte ihn, sein Ziel der Gedankenfreiheit etwas niedriger zu stecken. Wir können schon mit kleinen Schritten große Veränderungen wahrnehmen. Allein wenn wir im Alltag immer einmal wieder innehalten und unseren Atem für 30 Sekunden beobachten und uns fragen: Wie fühle ich mich gerade? Was würde mir gut tun? Hierfür kannst du dir im Büro und zu Hause kleine Erinnerungen (z. Bsp.:Post - it, Fotos , Postkarten oder auch Handyerinnerungen) verteilen, die dich an die die kleinen Atempausen erinnern. Wenn du dann noch genussvoll die Situation erlebst, wird dein Körper mit Glückshormonen geflutet, und das tut gut.

 

Ich habe den erfrischen Regenschauer aufgenommen. Wenn du magst, kannst du beim Anhören des Videos die Augen schließen und dir vorstellen, wie du die frische und klare Luft einatmest und sich deine Zellen darüber freuen. Vielleicht atmest du für einen Moment etwas tiefer als gewöhnlich. Der Regen spült alles ab, was belastend und anstrengend ist. Er reinigt deine Gedanken. Negative Gedanken werden einfach weggespült in diesem Moment. Genieße diese Wohltat für diesen einen Moment. Die Regenpause. 

 

Liebe Grüße mit vielen genussvollen Momenten,

Deine Susann

 

 

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