Ankommen

Genau wie es mir vor dem 1. Advent ging, fühle ich mich vor Ostern. Ostern kommt unerwartet schnell. 

Womöglich liegt es daran, dass ich etwas müde bin. Wie so viele andere Menschen sehne auch ich mich danach, Feiertage mit der Familie zu planen - ein Wiedersehen, nicht nur via Zoom. Damit ich nicht falsch verstanden werde, ich schätze die Online-Begegnungen unglaublich sehr und doch habe ich Sehnsucht nach meinen Lieben. Aus diesem Grund verdränge ich wohl unbewusst die bevor stehenden Feiertage. Ich freue mich über das Frühlingserwachen in der Natur. Morgens gehe ich gern eine Runde durch den Ursulinentuin, einem kleinen Klostergarten. Hier stehen Obstbäume. So langsam trauen sich diese, zu knospen - ganz behutsam und mutig zugleich. Das Wetter hat sich noch nicht entschieden. Es fühlt sich wie April an. Die Narzissen blühen in ihrem frischen Gelb. Ihre Köpfe sind ein bisschen geneigt, stärker als sonst. Sie haben dem starken Sturm der letzten Tage standgehalten und strahlen. Ein Bäumchen, ich weiß leider nicht wie es heißt, leuchtet mit seinen sanftrosafarbenen Blüten an der Klostermauer. Überall erwacht neues Leben, begleitet von der Musik der Vögel, die mal einzeln und dann im Chor zwitschern. Die kurze Runde durch den Garten erfrischt und erdet mich gleichermaßen. Es ist ein Luxus, diesen Garten zu genießen, ohne etwas zu seiner Pflege beizutragen. 

Die Aufmerksamkeit lenken

Fast genau vor einem Jahr habe ich begonnen, Tagebuch zu schreiben. Ich habe meinen Umgang mit dem ersten Lockdown in diesem Blog am 17. März 2020 veröffentlicht. Die Einhaltung der Regelungen in Frankreich war für mich eine große Herausforderung. Ein Jahr später sind die Regelungen wieder streng geworden. Wie hat eine Freundin geschrieben? Paris ist eine traurige Stadt geworden. Daran kann man nichts schön reden. Die Ungewissheit kostet Energie und ermüdet. Auch ich merke, dass ich sehr viel mehr Ruhe und Zeit für mich selbst brauche. Wenn ich durch die Straßen von Sittard laufe, sehe ich immer mehr Geschäfte mit dem Schild „Te Hur“- zu vermieten. Das macht mich traurig. Ich brauche dann meine volle Aufmerksamkeit, um nicht in negative Gedankenschleifen zu geraten. Was mir hilft? Ich entscheide mich ganz bewusst, meine Aufmerksamkeit auf etwas Positives zu lenken. Warum? Weil ich nichts daran ändern kann, dass so viele Geschäfte schließen müssen. Das liegt nicht in meinem Einflussbereich. Ich habe Mitgefühl mit den Menschen, aber mitleiden bringt niemanden etwas. Deswegen hilft es mir immer, innerlich „Stop“ zu sagen und mich zu fragen: „Was kann ich jetzt in diesem Moment tun?“ Und so freute ich mich über die Musik, die von den Lautsprechern durch die Straßen zu hören war. Ich sah Menschen, die glücklich ein Eis schleckten. Das machte mein Herz leichter. Nicht immer gelingt es mir, sofort umzuschalten. Und so war ich tief berührt, als ich die Nachricht meiner Freundin aus Paris, der traurigen Stadt, las. Ich war dabei die Kerzen anzuzünden, um es mir gemütlich zu machen, denn ich spürte, wie mir ein Schauer über den Rücken lief. Ich stutze und dann sah ich es - das kleine Herz, welches sich vom herab tropfenden Wachs geformt hatte. Das kleine rote Wachsherz schien mir sagen zu wollen: Paris bleibt die Stadt der Liebe. Wenn wir achtsam durch den Tag gehen, können wir solche kleinen Botschaften wahrnehmen. Und so wünsche ich dir von Herzen viele Herzensbotschaften, die dein Herz wärmen und dich stärken. Das Leben ist immer auch schön und Energie folgt der Aufmerksamkeit.

 

Herzliche Grüße. deine Susann

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Kommentare: 1
  • #1

    Manuela (Ideenfülle) (Donnerstag, 18 März 2021 13:35)

    Liebe Susann,

    ein so unglaublich schöner und wahrer Text � Vielen Dank fürs Teilen (und vielleicht bis bald, zum nächsten Mal Tanzen & Schreiben).

    Viele Grüße von der Nordsee
    Manuela

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